M42-Objektive an der Fujifilm XT-2

M42 Adapter an Fujifilm
M42 an X-Mount. Helios-44M an Fujifilm XT-2

Warum nutze ich Objektive mit M42 Objektivanschluß an meiner modernen Fujifilm XT2?

Der M42 Objektivanschluß ist ein sehr alter, aber standardisierter, herstellerunabhängiger Objektivanschluss für Wechselobjektive mittels Schraubgewinde. Das M steht für den metrischen Durchmesser und die 44 für den Durchmesser in Millimetern.

Warum dieser Objektivanschluß so spannend ist? Es gibt eine nahezu unübersehbare Auswahl an Objektiven für dieses Gewinde auf dem Gebrauchtmarkt. Und diese sind sehr günstig. So hat mich mein Helios-44M (58mm f/2) nur knapp 40 Euro gekostet. Mein Fujifilm Fujinon XF56mm (56mm f/1.2) kratzt deutlich an der 1.000 Euro Marke!

Natürlich sind die M42 Objektive alles manuelle Objektive. Aber (oder gerade) an der Fujifilm XT-2 fühlen sich manuelle Objektive sehr gut an und auch das Scharfstellen ist durch das Fokus-Peaking (Hervorhebung von scharf abgebildeten Konturen im Sucherdisplay) kein Problem.

M42 an X-Mount Adapter

Grundsätzlich gibt es 2 Methoden alte M42 Linsen an die Fujifilm zu bekommen. M42-Adapter mit und ohne Korrekturlinse.

Helios-44M
Helios-44M mit 2 Adaptern für X-Mount

Adapter mit und ohne Linse?

Die Vorteile eines Adapters mit Linse liegen auf der Hand. Die Fujifilm hat keinen Sensor im Kleinbildformat (KB) sondern einen APS-C-Sensor. Dieser Unterschied wird durch den Crop-Faktor ausgedrückt. Dieser ist von KB zu APS-C ca. 1,6. Somit wird die tatsächlichen (physikalischen) Brennweite des Objektivs und der Brennweiteneindruck im tatsächlichen Bild ins Verhältnis gesetzt.

Da die Linsen für M42 alle auf Kleinbildformat gerechnet sind, verlieren wir an der APS-C Kamera zum einen den Randbereich des Objektivs, da dieser nicht auf den Sensor trifft. Auf der Anderen Seite stimmt die angegebene Brennweite nicht mehr.

Somit haben wir ohne fokalreduzierende Linse immer einen Zoom um den Faktor 1,6 gegenüber der aufgedruckten Brennweite. Bei Zoomobjektiven also ein Vorteil, bei Weitwinkel ein Nachteil.

Da ich beide Typen von Adaptern habe, konnte ich testen, wie stark sich der Unterschied bemerkbar macht.

K&F Concept – Günstig, aber ohne Linse

Das „K&F Concept® M42-FX II Kupfer-Bajonett für M42 Objektiv auf Fujifilm FX“ ist ein sehr gut verarbeiteter Adapter und ich habe mit K&F noch nie schlechte Erfahrungen gemacht.

Zhongyui Lenst Turbo II – Günstig mit Linse

Normalerweise hört man immer nur von Metabones-Adapter, wenn man einen Adapter mit Linse sucht. Hier sprechen wir aber schnell von 400 – 600 Euro pro Adapter. Hinzu kommt, dass es keinen von M42 auf X-Mount gibt (oder ich nur keinen gefunden habe).

Als Alternative habe ich für mich „Zhongyi Lens Turbo Adapter II für M42 Objektiv an Fuji FX“ gefunden. Die aktuelle Serie passt sehr gut. Die teilweise beschriebenen Probleme mit schlecht passenden Adaptern, kann ich nicht bestätigen.

Der Adapter verkürzt die Brennweite um den Formatfaktor 1.6. Somit wirkt das Objektiv wie an einer KB-Kamera. Da der Adapter das Bildfeld verkleinert, wird die Lichtstärke noch höher, sodass die Blende um max. eine Stufe dazu gewinnt.

Vergleich Helios-44M an beiden Adaptern

Da das Helios-44M mit 58mm/f2 als Bokeh-Monster gilt und dieser vor allem im Randbereich und bei Offenblende zur Wirkung kommt, habe ich diese Objektiv für den Testaufbau genutzt. Und da meine Frau gerade einen Strauß Tulpen auf dem Tisch stehen hatte, war auch das Motiv geklärt.

Alle Bilder sind „Out-of-Cam“ und wurden nur auf eine weberträgliche Größe gerechnet.

ZhongyuiK&F Concept
Vergleich 1:
Fokus auf die vordere Blüte.
Testbild 1 M42-ZHONGYUI
M42 ZHONGYUI Adapter an HELIOS-44M
Testbild 1 M42-K&F Concept
M42 K&F Concept Adapter an HELIOS-44M
Vergleich 2:
Fokus auf die Heidelbeerzweige.
Testbild 2 M42-ZHONGYUI
M42 ZHONGYUI Adapter an HELIOS-44M
Testbild 2 M42-K&F Concept
M42 K&F Concept Adapter an HELIOS-44M
Vergleich 3:
Fokus auf die rechte Blüte.
Testbild 3 M42-ZHONGYUI
M42 ZHONGYUI Adapter an HELIOS-44M
Testbild 3 M42-K&F Concept
M42 K&F Concept Adapter an HELIOS-44M

Ich glaube, für jeden ist der Zoomeffekt ohne Reduzierungslinse gut zu erkennen.

Das Fujifilm Fujinon XF56 im Vergleich

Was macht jetzt eine Linse, die 20x teurer ist? Eins vorne weg. Ich liebe mein „Fujifilm Fujinon XF56MMF1.2“ an der Fujifilm XT-2. Gerade offenblendig ein Traum. Aber das Helios macht einfach ein anderes Bokeh.

Fujinon 56mm f/1.2Fujinon 56mm f/2
Vergleich 1:
Fokus auf die vordere Blüte.
Testbild 1 Fujifilm Fujinon XF56 f/1.2
Testbild 1 Fujifilm Fujinon XF56 f/2
Vergleich 2:
Fokus auf die Heidelbeerzweige.
Testbild 2 Fujifilm Fujinon XF56 f/1.2
Testbild 2 Fujifilm Fujinon XF56 f/2
Vergleich 3:
Fokus auf die rechte Blüte.
Testbild 3 Fujifilm Fujinon XF56 f/1.2
Testbild 3 Fujifilm Fujinon XF56 f/2

Fazit

Beide Adapter haben ihre Berechtigung. Gerade für Weitwinkel oder um nah an der Ergebnis einer Vollformatkamera zu kommen ist eine Adapter mit Linse sinnvoll. Aber auch die günstigen Adapter ohne Linse erfüllen ihren Zweck.

Und viele alte Linsten müssen den rein optischen Vergleich mit heutigen Linsen nicht scheuen

Natürlich ist die Qualität des aktuellen 56mm Funjinon noch mal deutlich besser. Vor allem der Schärfe über die komplette Linse. Aber ist perfekt immer nötig?

Eure Meinung und Eure Erfahrung

Nutzt ihr an APS-C schon alte Linsen mit Adaptern? Was ist Eure Erfahrung und warum nutzt ihr diese alten Linsen? Und nutzt ihr Adapter mit und/oder ohne Linse?

Ich freue mich auf Eure Meinung.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*